Schon als Kind liebte die Biologin Angelika Huber-Janisch verregnete Tage. Gummistiefel an, raus vor die Tür – und hinein in die Pfützen. Die Begeisterung für diese kleinen Gewässer ist ihr geblieben. Doch heute betrachtet sie Pfützen mit dem Blick einer Biologin – und sieht dort weit mehr als nur Regenwasser auf dem Boden: „Selbst die kleinste Lache beherbergt eine ganze Welt, die uns normalerweise verborgen bleibt.“
Denn kaum jemand weiß, dass sich in dem Wasser mikroskopisch kleine Lebewesen tummeln: In Pfützen leben unzählige Mikroorganismen, Amphibien und winzige Lebewesen. Manche von ihnen sind erstaunlich anpassungsfähig – sie können unter Wasser atmen, andere gehören zu den ältesten Lebensformen der Erde. „Manche Bewohner, wie die Urzeitkrebse, gab es schon zu Zeiten der Dinosaurier, also vor etwa 250 Millionen Jahren“, weiß die Biologin. Vor unseren Füßen liegt also ein ganzer Lebensraum. Ein kleiner Mikrokosmos, der sich jedes Mal neu bildet, wenn es regnet.
Doch diese kleinen Welten sind bedroht. Immer mehr Flächen werden versiegelt, Regen kann nicht mehr versickern – und damit verschwinden auch die Pfützen.
Wenn Angelika Huber-Janisch heute spazieren geht, führen ihre Wege sie oft in den . Dort entstehen nach Regen noch solche kleinen Wasserstellen, in denen sich das Leben sammelt. „Im Frühling stibitzen sich die hier den Schlamm für ihre Nester. Manchmal zieht auch eine königsblaue lautlos ihre Runden über der Wasseroberfläche. Das zu beobachten ist für mich Freude pur,“ sagt die Autorin von „Die Pfütze“ (Knesebeck, 20 Euro).


