Ein neuer Lebensabschnitt beginnt manchmal mit der leisen Frage: Was erfüllt mich jetzt?
Elisabeth Wiedemann führte die Antwort zurück zu ihren Wurzeln: Seit jeher spielt Musik eine große Rolle in ihrem Leben. Singen und Tanzen waren für sie immer Ausdruck von Lebensfreude – und genau daran wollte sie wieder anknüpfen.
„Als ich aufgehört habe zu arbeiten und ein neuer Lebensabschnitt begann, war mir klar, dass ich meine Freizeit sinnstiftend nutzen will“, erzählt sie.
Heute singt und musiziert sie im Kindergarten und schenkt damit nicht nur Kindern Freude, sondern auch ihrem eigenen Alltag neuen Sinn.
Eine Idee beim Spaziergang
Die Idee dazu kam ihr beim Spazierengehen: Plötzlich fiel ihr ein Kindergarten in der Nähe ihrer neuen Wohnung auf. Kurz darauf fragte sie dort einfach nach. „Die Kindergartenleitung und ich einigten uns darauf, es erst mit einer Gruppe zu versuchen“, erzählt sie. Aus diesem ersten Versuch wurde schnell mehr. Heute kommt sie regelmäßig in den Kindergarten – und arbeitet inzwischen mit allen vier Gruppen.
Musik als „Klangzeit“
Elisabeth Wiedemann spricht bewusst nicht von musikalischer Früherziehung. Sie nennt es „Klangzeit“. Denn im Mittelpunkt steht das gemeinsame Erlebnis und die Freude am Spiel mit Klängen, Tönen und Rhythmen: „Beim Singen, Händeklatschen und Fußstampfen lernen schon die Kleinsten, ihren Körper als Instrument einzusetzen.“
Los geht es immer mit einem Begrüßungslied, das alle zusammen singen.
Auch Bewegung gehört ganz selbstverständlich mit dazu. Dafür lässt sich Elisabeth Wiedemann immer etwas anderes einfallen, wie z. B. beim Lied „Sternenfänger“: Hier gehen die Kinder in die Hocke und springen dann nach oben als würden sie Sterne pflücken.
Wirkung, die weit über Musik hinausgeht
Mit den Liedern lernen die Kinder spielerisch die Jahreszeiten und Wochentage. Immer mal wieder dürfen die Mädchen und Jungen auch selbst Instrumente ausprobieren. Den Kindern macht das großen Spaß. Gleichzeitig lernen sie dadurch nicht nur Lieder oder Rhythmen, sondern viel mehr: sich auszudrücken, im Körper zu sein und sich als Teil einer Gruppe zu erleben.
„All das stärkt Selbstbewusstsein und Gemeinschaftssinn, fördert Sprache und Musikalität“, sagt Elisabeth Wiedemann. „Und mich macht es glücklich, wenn ich in die strahlenden Gesichter der Kinder sehe.“
Ehrenamt im Alter: Sinn entsteht im Tun
Wer sich im Ruhestand oder nach dem Berufsleben engagieren möchte, kann oft unkompliziert beginnen. Auch Elisabeth Wiedemann hat es einfach ausprobiert – direkt vor Ort. Erste Anlaufstellen sind häufig die Gemeinde, die Kirche oder lokale Initiativen und Ehrenamtsplattformen.
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