Sabine Ittmann (55) aus Freilassing rettet verletzte Straßenhunde in Bosnien und sucht für sie in Deutschland ein sicheres, liebevolles Zuhause.
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Foto: Christoph Haubner
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Für Sabine Ittmann aus Freilassing begann alles mit einer Reise nach Bosnien – und einem Anblick, der sie nicht mehr losließ. Heute rettet sie mit dem Verein „Ankerhunde“ verletzte Straßenhunde, versorgt sie medizinisch und vermittelt sie in ein neues Zuhause nach Deutschland.
Ein Moment, der alles verändert hat
Es war eine Reise, die Sabine Ittmann nie vergessen wird. Gemeinsam mit einem Tierschutzverein war sie zum ersten Mal in Bosnien unterwegs – und sah dort das Ausmaß des Leids auf der Straße.
„Unzählige herrenlose, abgemagerte und verletzte Hunde“, erinnert sie sich. Zurück in Deutschland ließ sie das Gesehene nicht mehr los. „Ich werde nie vergessen, was ich dort sah.“
Vom Mitfühlen zum Handeln
Wieder zu Hause in Freilassing begann eine Zeit voller Fragen. Nächte, in denen sie nicht schlafen konnte. Und der Wunsch, eine Lösung zu finden. „Meine Gedanken kreisten ständig darum, wie ich helfen könnte“, sagt sie.
Gemeinsam mit zwei Freundinnen gründete sie schließlich den Verein „Ankerhunde“, mit dem Ziel, verletzte Straßenhunde zu retten und ihnen ein neues Leben zu ermöglichen.
Rettungseinsätze zwischen Bosnien und Deutschland
Alle drei Wochen fährt Sabine Ittmann mit einem Transporter nach Odžak in Bosnien. Beladen mit Futter, medizinischer Versorgung und allem, was vor Ort gebraucht wird. Auf dem Rückweg sind die Hunde mit an Bord, die gerettet werden konnten.
Neben ihrem Job in einer Autowerkstatt und ihrer Familie organisiert sie die Einsätze, füllt Formulare aus und sucht passende Pflege- und Endstellen für die Tiere.
„Oft sitze ich bis spät in die Nacht am Schreibtisch, um alles zu organisieren“, erzählt Sabine Ittmann.
Ankommen in einem neuen Leben
Jeder Hund, der nach Deutschland kommt, wird zuerst medizinisch versorgt und in Pflegefamilien untergebracht. Dort beginnt die langsame Gewöhnung an ein Leben mit Menschen. Erst danach wird entschieden, welches Zuhause wirklich passt.
„Wir vermitteln sehr sorgfältig. Jeder Hund soll nur dort ankommen, wo er bleiben kann“, sagt Sabine Ittmann.
Das Ergebnis dieser Arbeit: Rund 800 Hunde und Katzen pro Jahr finden über den Verein ein neues Zuhause. Dass Tiere zurückgegeben werden, kommt so gut wie nie vor.
Ein Ehrenamt, das Sinn stiftet
Inzwischen arbeiten rund 50 Menschen im Verein „Ankerhunde“ mit. Die Organisation ist aufwendig, die Einsätze fordernd, emotional wie finanziell. Und trotzdem ist für Sabine Ittmann klar, warum sie weitermacht.
„Unsere Arbeit ist Monat für Monat ein Kraftakt. Aber nichts erfüllt mich mehr.“
So können Sie unterstützen
Wer die Arbeit von „Ankerhunde“ unterstützen möchte, kann das auf verschiedene Weise tun:
durch Spenden an den Verein
durch die Aufnahme eines Pflegehundes
oder durch ehrenamtliches Engagement im Tierschutz vor Ort
Auch lokale Tierheime freuen sich über Unterstützung und Mitarbeit.