Meditation lernen: So findest du innere Ruhe im Alltag | Happy+plus
Innere Ruhe
Meditation lernen: Wie innere Ruhe gelingt
8.6.2026
3 Min.
Viele Menschen suchen Wege, um innere Ruhe zu finden und Meditation zu lernen. Der Neuropsychologe Dr. Ulrich Ott erklärt, wie einfache Übungen helfen können, den Geist zu beruhigen und Stress loszulassen.
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Dr. Ulrich Ott forscht seit fast 30 Jahren darüber, wie Meditation auf Gehirn und Gesundheit wirkt. Auf die Frage, ob er versteht, dass viele Menschen gestresst sind und kaum zur Ruhe kommen, antwortet der Autor von „Mentale Stärke statt Stress“ (Droemer): „Eindeutig: ja! Weil Meditieren eine exzellente Methode ist, die wilden Gedanken zu sortieren, gelassener und ausgeglichener zu werden.“
Was im Körper passiert
Meditation wirkt messbar auf den Körper, weiß der Neurowissenschaftler. „Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass Meditieren sehr effektiv körperliche Beschwerden lindert.“
Die Effekte zeigen sich unter anderem bei , , , und . Auch erhöhter Blutdruck kann sinken, ebenso das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Ebenfalls erstaunlich ist: Meditation wirkt sich auch auf die und die aus.
Muskelspannung
Atem- und Herzfrequenz
Blutdruck
Hautleitfähigkeit
EEG-Aktivität
mentale Fitness
geistige Leistungsfähigkeit
Besonders eindrücklich sind die Veränderungen im Gehirn: „MRT-Studien zeigen, dass die Hirnstruktur von Menschen, die regelmäßig meditieren, deutlich langsamer altert.“
Mit Meditation beginnen
Der Einstieg ist einfacher, als viele denken. „Einfach nur aufrecht hinsetzen, Augen schließen. Dann bewusst nach innen lauschen“, rät Dr. Ott.
Dabei geht es darum wahrzunehmen, was im Körper und im Geist geschieht. Also nicht „nichts denken“. Sondern bewusst wahrnehmen, welche Gedanken einem durch den Kopf gehen – und sie wieder loszulassen.
Der Atem spielt dabei eine zentrale Rolle, weiß der Neurowissenschaftler: „Wenn man dann auf den Atem achtet, merkt man, wie sich mit der Zeit gedankliche Ruhe einstellt. Das Ganze lässt sich vergleichen mit einem aufgewühlten See, bei dem sich nach und nach Schlamm absetzt und die Oberfläche glättet.“
Den Atem wahrnehmen
Was bedeutet es konkret, den Atem zu beobachten? Dr. Ott rät: „Beim Naseneingang anfangen. Die einströmende Luft spüren. Welche Temperatur hat sie?“
Dann gehe es weiter:
„Den Atemstrom weiterverfolgen, die Nase hinauf bis in die Nasenhöhle. Wie verändert sich die Temperatur auf diesem Weg, welche Gerüche nimmt man wahr?“
So richtet sich die Aufmerksamkeit nach innen, die äußere Welt trete in den Hintergrund.
Wenn Gedanken abschweifen
Dass am Anfang die Gedanken abdriften, ist ganz normal. Wichtig ist, das überhaupt zu bemerken: „Für Anfänger ist wichtig, immer wieder zum Atmen zurückzukehren.“
Eine Hilfe kann das Zählen der Atemzüge sein: Einatmen/eins – ausatmen/zwei – einatmen/drei – ausatmen/vier usw. Bis man bei zehn angekommen ist.
Denn das Zählen beschäftigt den Geist und erschwert so, dass die Gedanken immer wieder abschweifen.
Wie schnell Meditation wirkt
Die Wirkung ist individuell, weiß Dr. Ott: „Manche spüren schon beim ersten Mal, wie sie innerlich zur Ruhe kommen. Bei anderen dauert es länger. Es handelt sich um einen Prozess, bei dem man sich selbst erforscht.“
Am Anfang helfen klare Routinen, zum Beispiel täglich zur selben Zeit und am selben Ort zu meditieren.
Der Wissenschaftler empfiehlt kurze Einheiten: „Man fängt mit fünf bis zehn Minuten an und steigert sich allmählich auf 20 bis 30 Minuten.“
Hier finden Sie mehr Inspiration für mehr innere Ruhe
Mit der Zeit entsteht so mehr Gelassenheit. „Durch das Entspannen und Loslassen von Dingen des Alltags weitet sich der Horizont beim Blick auf das eigene Leben, und die Gelassenheit nimmt zu.“
Manchmal entstehen auch neue Perspektiven auf Probleme oder Klarheit darüber, was gut tut. Wenn wir Meditation regelmäßig üben, kann sie helfen, Schritt für Schritt ruhiger zu werden – mit jedem Atemzug ein Stück mehr.